Cosagual - Honduras
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Kleine Kooperative - grosse Wirkung
Seit der Gründung des eKô Kollektivs setzen wir auf die Zusammenarbeit mit der Kooperative Cosagual im Südwesten von Honduras. Und das mit gutem Grund: Die kleine Kooperative macht grossartigen Bio-Kaffee, grossmehrheitlich im Agroforstanbau.
Wir haben die Kooperative mehrmals besucht. Das erste Mal im Jahr 2019 und zuletzt Ende 2025. Die Besuche zeigen uns deutliche Verbesserungen, aber auch grosse Herausforderungen.

Eine Seltenheit – Natural aufbereiteter Bio-Kaffee aus Honduras

Wir sind begeistert, wie es die Kooperative schafft, Jahr für Jahr eine sehr hohe Qualität zu liefern. Der natural aufbereitete Arabica ist komplex und verfügt über eine sirupartige Süsse mit Noten von Steinfrüchten und Beeren. Der Kaffee wurde mehrheitlich mit 85–86 SCA-Punkten bewertet und wäre als Single Origin Kaffee geröstet eher ein nischiger Spezialitätenkaffee. Wir haben uns bewusst entschieden, diesen Cosagual-Kaffee in den eKô-Espresso zu mischen. So erhält unsere beliebteste Mischung die fruchtige Note.
Das Kaffeeanbauland Honduras ist bekannt für gewaschene Arabicas, während die trockene Aufbereitung (Natural) und damit das Wissen und die Infrastruktur sind weniger verbreitet sind. Der natural aufbereitete Kaffee trocknet rund 30 Tage in der Kaffeekirsche. In dieser Zeit wird ein Teil der zuckerhaltigen Schicht zwischen der Kaffeebohne und der Kaffeekirsche in die Bohne eingezogen. Dieser Prozess gibt der Bohne die hohe Aromakomplexität und nach der Röstung dem Kaffee eine aussergewöhnliche Süsse.
Es braucht ein Zusammenspiel vieler Faktoren, um eine hohe Qualität zu erreichen und die präzise wiederkehrende Trocknung in grösseren Mengen zu gewährleisten. Die Kooperative konnte in den letzten Jahren deutlich verbessern, getragen durch Know-How Transfer und Direktinvestitionen in ein mehrstöckiges Trocknungshaus im hügeligen Grenzgebiet zu El Salvador. Die Bauernfamilien können jetzt während der Haupterntezeit viel Kaffee präzise und geschützt vor Regen über die nötige Dauer trocknen.
Übrigens: Länder wie Brasilien nutzen die trockene Aufbereitung fast ausschliesslich, auch weil sie deutlich mehr Platz und die passenden klimatische Bedingungen haben.
Existenzsicherndes Einkommen und Agroforst

Die Cosagual wird von rund 125 Bauernfamilien getragen und gehört damit eher zu den kleineren Kooperativen in Honduras. Das Engagement ist dennoch sehr bemerkenswert, wie einige Beispiele zeigen.
Ausgestattet mit einer kleinen Baumschule, unterstützt die Kooperative die Bauernfamilien bei der Umstellung auf den Kaffeeanbau im Agroforst. Mittlerweile setzen viele Familien auf eine vielfältige Bepflanzung ihrer Parzellen von 1-2 Manzanas (0.7 - 1.4 Hektar). Grosse Laubbäume spenden Schatten, organisches Material und sorgen dafür, dass mehr Nährstoffe zugeführt und diese nicht abgeschwemmt werden. Fruchtbäume liefern zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquellen. Kleinere Pflanzen wie Bohnen oder Mais wachsen zwischen den Kaffeebäumen und liefern weitere Nahrungsquellen, vor allem wenn die Kaffeepflanzen noch klein sind.
Die Anbauweise hat viele Vorteile für die Familien: Das Einkommen wird diversifiziert und der Kaffeeanbau wird resistenter gegen die klimatischen Einflüsse wie Wassermangel oder extreme Hitze.


Doch sichert diese Vielfalt eine Existenz, mit der eine Bauernfamilie leben kann?
Die Frage lässt sich nicht klar bejahen. Die Kooperative hat Daten an Fairtrade International geliefert, um Berechnungen für den Living Income Reference Price vorzunehmen.
Dieser Referenzpreis in Dollar pro Pfund Kaffee dient unter anderem dem eKô Kollektiv als Orientierung. Die Preissetzung soll laufend überprüft werden und langfristig sicherstellen, dass der an die Kooperative ausbezahlte Kaffeepreis ausreichend ist, damit die Bauernfamilien vom Kaffeeanbau leben können. Die Datenbasis soll dabei immer besser werden. Das ist gar nicht so einfach, weil oft wenig Daten vorhanden sind und eine Datenerhebung vor Ort herausfordernd sein kann.

Herausforderungen für die Zukunft
Im Jahr 2025 wurde Cosagual vom Konkurs einer Partnerunternehmens in Mitleidenschaft gezogen. Hätten die angeschlossenen Bauernfamilien nicht kurzfristig auf ihre Forderungen verzichtet, gäbe es die Kooperative heute womöglich nicht mehr. Dieses Beispiel zeigt exemplarisch eine von vielen Herausforderungen entlang der Kaffee-Lieferkette.
Was ist passiert? Da die Kooperative den gesammelten und getrockneten Kaffee nicht direkt exportieren kann, musste sie diesen für die Schälung, Selektion und Aufbereitung in ein Beneficio Seco (spanisch für Trockenverarbeitungsanlage) geben. Der Verarbeiter, mit dem Cosagual zusammengearbeitet hat, ging im Jahr 2024 Konkurs. Der Kaffee von Cosagual war dadurch in der Konkursmasse blockiert und damit auch Geld für die Bauernfamilien.
Das eKô Kollektiv steht in direktem Kontakt mit den Unterstützern in Honduras die prüfen, wie in Zukunft der Export sichergestellt werden kann. Wir haben trotzdem Kaffee gekauft und uns zur langfristigen Zusammenarbeit bekannt. Die überlange Lagerung durch die Konkursblockade hat zu leichten Qualitätseinbussen und zu einer massiv verspäteten Lieferung geführt. Wir konnten diese bisher durch Mischverhältnisse und Lagerverbrauch kompensieren.
Die unbequeme Realität ist auch: Selbst wenn die Kooperative den Teil der Verarbeitung zu exportfähigem Kaffee selbst übernehmen kann und damit unabhängiger wird, bleibt sie den Anforderungen des internationalen Kaffeemarktes ausgesetzt. Die Erkenntnis, wie viel die Kooperative effektiv für den Kaffee haben muss, um gut davon zu leben, hilft ihr wenig, wenn potentiellen Käufer - beziehungsweise die Endkonsument:innen - nicht bereit sind, diesen Preis zu bezahlen.
Das eKô Kollektiv verfolgt weiterhin, mit direkter Beziehungspflege, wiederkehrenden Kaffeekäufen und der Bezahlung von mindestens dem Living Income Reference Preises, die Kooperative Cosagual zu stärken.

COSAGUAL
BRASILIEN
Gegründet | 1994
Anzahl Mitglieder | 125
Ø Kaffee Anbaufläche pro Produzent | 0.7 - 1.4h (1-2 Manzanas)
Höhe Anbaugebiet | 1100 - 1650m
Zertifizierungen | EU Bio, Bio Suisse, Fairtrade
Verarbeitungsprozess | Natural / Sun dried, Washed
Nachhaltigkeitsprojekte |
Lenca-Frauen Projekt für die stärkung von (indigenen) Frauen im Kaffeeanbau. Ausbau Agroforst Anbau. Gesundheisförderung: Mitglieder von angeschlossnene Bauernfamilien können in einem durch die Kooperative mitgetragenes Gesundheitszentrum in ärzliche Behandlung.
Verwendung des Kaffees bei eKô: Espresso

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